22. Mailing: September 2011

01.09.2011

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde der Bielefelder Nahost- Initiative e. V.

Die Palästinensische Autonomiebehörde wird im September, voraussichtlich am 20. 9., ihren Antrag zur Anerkennung als eigenständiger Staat in die UNO einbringen, entweder im Sicherheitsrat oder in die Vollversammlung. So wird es in den Medien vermutet und kontrovers diskutiert. Käme damit der Prozess der Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten einen Schritt voran oder führt es zu einem Sicherheitsrisiko für Israel, wie die Gegner befürchten?  Was ist Ihre Meinung? Und was wäre oder könnte die Alternative werden?

Die Weltgemeinschaft hat den Palästinensern bescheinigt, dass die notwendigen Voraussetzungen für einen eigenständigen Staat geschaffen wurden. Das Nahost-Quartett und viele Staaten haben sich klar dafür ausgesprochen, dass es in Palästina einen Staat in den Grenzen von 1967 geben soll. Allgemein wird daher erwartet, dass die Mehrheit in der Vollversammlung diesem Antrag zustimmen würde. Jedermann weiß aber, dass dies nur ein Prestigegewinn für die Palästinenser ist, denn an den realen Machtverhältnissen im Nahen Osten wird sich so schnell nichts ändern. Es gibt keine Anzeichen, dass sich Israel aus dem besetzten Westjordanland zurückziehen will. Wir hoffen dennoch, dass mit der Anerkennung die Zwei-Staaten-Lösung einen Schritt voran gebracht wird. Dazu werden sich hoffentlich alle Länder in der entscheidenden Abstimmung zu ihren öffentlich geäußerten Forderungen bekennen.

Die BNI ist gegründet worden, um im kleinen Maßstab einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. Dazu gehört für uns von Anfang an das Bekenntnis zur Zwei-Staaten-Lösung, was wir schon im Juni 2009 mit der Veröffentlichung des ersten Aufrufs gesagt haben. (Zitat) „Bielefelder Bürger haben im April 2009 Israel und Palästina bereist. Sie sind mit der Überzeugung zurückgekehrt, dass die von der Weltgemeinschaft geforderte Zwei-Staaten-Lösung der einzige friedensstiftende Weg ist, wie auch von Papst Benedikt XVI und Präsident Obama gefordert. Eine Friedenslösung, die auch außerhalb der Krisenregion öffentlich unterstützt werden muss“. Unsere Haltung haben wir bei der Gründung der Initiative klar gemacht. Wir hoffen auf ein selbständiges Nebeneinander, und friedliches Miteinander, damit die Menschen in der Region in Frieden leben können.

Wir erwarten nun am 26. September unsere Gäste aus Zababdeh und dem Bezirk Jenin und freuen uns auf den Besuch. Das gibt uns die Möglichkeit, neben praktischen Themen der Zusammenarbeit, mit betroffenen palästinensischen Bürgern auch über ihre Situation, ihre Ansichten und ihre Erwartungen so kurz nach dem UNO-Entscheid zu reden.

Alle Mitglieder unseres Vereins haben inzwischen sicher die Einladung der Superintendentin Regine Burg zum Begegnungsabend erhalten. Bitte vergessen Sie nicht, sich anzumelden. Außerdem machen wir nochmals auf die Veranstaltung mit Daoud Nassar aufmerksam. Ihre Einladung von OB Clausen ist hier angefügt. Kurz vor dem Eintreffen der Delegation werden wir Ihnen noch ein aktualisiertes Programm per Mail schicken.

Alfred Hellmann
Peter Michael Lauven

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