17. Mailing: April 2011

07.04.2011

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde der Bielefelder Nahost- Initiative e. V.

Es war ein schneller Entschluss, die Einladung von Gouverneur Qadura Mousa anzuneh-men und mit einer kleinen Gruppe zur Europ-Jenin Konferenz nach Palästina zu reisen. Bürgermeister Horst Grube, Hans Behrendt, Alfred Hellmann, Axel Rasch und  Hans-Georg Vogt, begleitet von Burgit Hörttrich (WB) und Indra Kley (NW) waren vom 4. bis 7. April Gäste des Gouverneurs und des Bürgermeisters von Zababdeh, Victor K. Isaid.

Im Vordergrund dieser Reise stand die Teilnahme an der Konferenz, die von 3 Ministern der Autonomie-Regierung aus Ramallah eröffnet wurde und uns in vielen Vorträgen ein-drucksvoll die Aktivitäten zur Entwicklung der Infrastruktur im Bezirk Jenin aufzeigte. Die Beiträge beschäftigten sich mit so unterschiedlichen Themen wie z. B.  „Aufbau der unab-hängigen Justiz“, „Förderung landwirtschaftlicher Erträge durch verbesserte Bewässe-rungssysteme“, „Zentraler Aufbau von Deponien zur nachhaltigen Umweltentlastung“, „Die Rolle der Frauen für die Entwicklung der Palästinensischen Gesellschaft“ etc. Auch die Bedeutung von Partnerschaften mit NGO’s (die Hanns Seidel Stiftung war Mitorganisator) und mit europäischen Städten war ein Thema. Der Bürgermeister der italienischen Stadt Laspezia, die seit 2002 Partnerstadt von Jenin ist, lobte die fruchtbare Zusammenarbeit. Wir konnten in einem Beitrag unsere Partnerschaftsziele  darstellen und dabei besonders unser Anliegen der Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern durch die Dreiecksbeziehung mit Nahariya und Jenin. Auch für Laspezia, die mit Haifa schon lange eine feste Beziehung haben, ist das ein wichtiges Thema.

Unsere Delegation wurde mit überwältigender Herzlichkeit empfangen. Wir waren beim Bürgermeister zu einem gemütlichen Bier eingeladen und haben bei den Familien Kaspari zu Hause süßes palästinensisches Gebäck probiert. Über unsere Initiative wurde in der palästinensischen Presse täglich berichtet und viele Gesprächspartner haben uns ihre große Sympathie für Deutschland gezeigt. Unser Anliegen einer Partnerschaft mit dem Bezirk Jenin wurde vielen Menschen erstmals bewusst und von diesen mit Freude aufge-nommen. Die Hoffnung ist groß, dass wir als Freunde mit gutem Rat zur Seite stehen.

Unsere Reise hat aber nicht nur atmosphärisch den Durchbruch gebracht.  Parallel zur Konferenz konnten wir mit einer Gruppe von 20 Persönlichkeiten nächste Schritte festle-gen. Als Koordinator wurde der Bau-Ingenieur Daoud Shaheen offiziell gewählt. Er hat in Karlsruhe studiert und spricht fließend deutsch. Als enger Mitarbeiter des Bürgermeisters ist er gut vernetzt. Um den Aufbau einer „Bürger-Initiative“ im Bezirk Jenin ähnlich wie in Bielefeld werden sich Gouverneur Qadura Mousa, Mufti Sheijk Muhammad Said und Rektor Dr. Adli Saleh persönlich kümmern. Als Motor dient dabei Dr. Bassam Disi, der in Jenin das Büro der CSU-nahen Hanns Seidel Stiftung leitet. Er stammt aus Jenin und hat in München studiert und promoviert, bevor er die Arbeit in Palästina aufnahm.

Wir sind mit dem sicheren Gefühl abgereist, in Jenin gute Freunde gefunden zu haben.

Frohe Ostern wünscht Ihnen die

Bielefelder Nahost-Initiative e. V.

Alfred Hellmann Peter Michael Lauven

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