Mailing Januar 2015

28.01.2015

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer,

im Namen der Bielefelder Nahost-Initiative wünsche ich allen zunächst noch ein gutes neues Jahr.

Unser letztes Mailing haben Sie ja vor geraumer Zeit erhalten. Seitdem gab es eine gewisse Sprachlosigkeit. Die schrecklichen Ereignisse vor, während und nach dem Gaza-Krieg sowie das letzte Attentat in der Jerusalemer Synagoge haben uns tief bestürzt und fassungslos gemacht. Das Entsetzen über die Bilder machte ratlos. Ein Versuch in jenen Tagen, für die BNI eine Stellungnahme abzugeben, ist nicht gelungen. Die Gefahr, mit einer wie auch immer formulierten Presseerklärung in vorurteilsbeladene Schubladen gesteckt zu werden, war zu groß.

Angesichts des neu entfachten Hasses auf beiden Seiten müssen wir uns von der BNI fragen, wie wir jetzt noch weiter arbeiten können und ob unser Engagement noch Sinn macht. Schließlich sind wir einmal dafür angetreten, einen kleinen Beitrag zum Abbau dieses Hasses zu leisten, Brücken zu bauen und damit zum Frieden in der Region beizutragen. Wie aber ist das jetzt noch denkbar und leistbar? Eine Besserung zum Frieden scheint hoffnungslos zu sein.

Als Vorsitzender der BNI war ich Ende November zu einer internationalen Konferenz in Ramallah geladen, die u.a. von den Vereinten Nationen, der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit und der Organisation Global Engagement (Communities in one world) getragen wurde. So sehr wir uns eigentlich freuen könnten, dass die BNI als wohl einzige Nicht-Regierungsorganisation dazu eingeladen worden war, so sehr haben mich die Eindrücke dieser Reise traurig gestimmt und das Bild einer hoffnungslosen Situation verstärkt. Über die Eindrücke dieser Reise werde ich im Rahmen unseres Arbeitskreises am 19. Februar berichten.

Der Beschluss des Europäischen Parlaments vom Dezember letzten Jahres zur Frage einer staatlichen Anerkennung Palästinas trägt ebenfalls nicht dazu bei, hoffnungsvoller auf einen Frieden im Nahen Osten zu schauen. Unter maßgeblichem Einfluss Deutschlands hat man beschlossen, die Anerkennung Palästinas als selbständigen Staat von „Fortschritten bei den Friedensverhandlungen mit Israel“  abhängig zu machen; gleichwohl wissend, dass Israel keinen Frieden will. In einem „Offenen Brief an Elmar Brok“ (s. Anlage) haben wir das als „nicht zielführend und schon gar nicht friedensstiftend“ kritisiert. Leider hatte nur das WB den Brief aufgegriffen und auch nur gekürzt.

Ein ähnlich bedrückendes Bild hat ja letzte Woche (22.1.) auch die Palästina-Expertin Petra Schöning aus Köln im Arbeitskreis vermittelt. Ihr Vortrag über „Die Menschenrechte und Wassernöte in Palästina“, unterstützt mit zahlreichen Materialien, hat viele erschüttert. So weitgehende Einschnitte und Verletzungen der Menschenrechte hatte sich wohl keiner vorstellen können.

Die Frage also, was kann, was sollte die BNI jetzt noch tun, werden wir auf der nächsten Mitgliederversammlung am 18. März zu besprechen haben. Wir möchten anregen und Sie dazu ermuntern, schon jetzt dazu Ihre Meinung und Einschätzung zu äußern und uns zuzuschicken. Unsere Email-Adresse haben Sie ja.

Gleichwohl haben wir zahlreiche Veranstaltungen, zu denen wir Sie herzlich einladen. Termine:

  1. Nächste Sitzung des Arbeitskreises am 19. Februar um 19 Uhr in der Capella hospitales mit den Vortrag von Dr. Johannes Kramer „Hat die 2-Staaten-Lösung noch eine Chance? Eindrücke nach einer Palästina-Reise.“
  2. Mitgliederversammlung am 18. März um 19 Uhr im Murnau-Saal der Ravensberger Spinnerei.
  3. Öffentliche Veranstaltung mit Frau Dr. Hess-Diebäcker 18. März um 20 Uhr im Anschluss an die MV  zum Thema: „ Kindheit in einem besetzten Land – Lebensbedingungen palästinensischer Kinder und Jugendlicher.“
  4. Dritte Bielefelder Nahost-Filmwochen Im Mai werden wie wieder in 4 Wochen je einen Film zum Nahost-Konflikt im Lichtwerk zeigen. Die konkreten Tage stehen noch nicht fest. Zur Eröffnung der Filmwochen erwarten wir den früheren deutschen Botschafter in Israel, Herrn Kindermann.
  5. Öffentliche Veranstaltung mit Frau Prof. Baumgarten am 1. Juni um 19 Uhr mit einer Analyse von Fatah und Hamas. Ort und genauer Titel stehen noch nicht fest.

Zu den Veranstaltungen werden wir jeweils noch gesondert einladen.

Wir verbleiben mit besten Grüßen

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